Aktualisierung des Schuljahrs 2019/2020

Ansprechpartner/innen für die einzelnen Klassen

In den vergangenen zehn Jahren hat sich unser Projekt Ceci goes social stets weiterentwickelt: Anregungen von SchülerInnnen, Eltern und den sozialen Einrichtungen sind gerne aufgenommen worden und nun Teil unseres sozialen Engagements.

Hier finden Sie eine aktuelle Übersicht über folgende Aspekte:
Ihre/Eure Ansprechpartner
Aktuelle Formulare
Aktualisierte Terminlisten

Stephanie Schulz und Sven Holly
für den Arbeitskreis Soziales Engagement – September 2019

Hier eine Übersicht (Schuljahr 2018/2019) über die BetreuerInnen:

KlasseLehrer/inMentor/in
9aHerr HollyHerr Wirtz
9bFrau SchulzFrau Henze, Frau Mierisch
9cFrau LemmenHerr Kamecke
9dFrau SchwarzFrau Ding, Frau Velker
9eFrau NegeleFrau Niemtip

Aktuelle Terminliste

Hier gibt es die aktualisierte Terminliste für das laufende Schuljahr (PDF-Dokument):

Formulare

Vereinbarung (PDF-Dokument) – Aktuelles Formular (Bitte vor Beginn Eures Engagements in der Schule abgeben.)

Stundennachweis (PDF-Dokument) – Hier erfasst ihr Eure Stunden und lasst sie von der Einrichtung unterschreiben

Beispielhafte Schülerberichte

Bericht von Cleo Wihl

Während des sozialen Engagements habe ich im Nelly Sachs Haus, einem jüdischem Altersheim, viele neue Eindrücke und Erfahrungen gesammelt. Ich habe viel mit Bewohnern geredet, mit ihnen zusammen Bingo gespielt und war mit ihnen spazieren.

Nach einem kurzen Vorstellungsgespräch und einer Führung durchs Altersheim, wurde ich einigen Bewohnern vorgestellt. Am Anfang habe ich mich unwohl gefühlt, doch nach einigen Gesprächen mit den Senioren fühlte ich mich sicherer.

In dem Altersheim gab es fünf Etagen. Während auf den ersten drei Etagen Bewohner gewohnt haben, die noch laufen konnten oder im Rollstuhl saßen, haben auf den oberen beiden Etagen Senioren gewohnt, die nur noch im Bett liegen konnten. Auf jeder Etage gab es einen Gemeinschaftsraum, in dem die Senioren sich treffen oder essen konnten. Ich habe einmal eine Mitarbeiterin begleitet, die zwei Senioren Essen gereicht hat, die nicht mehr alleine essen und nur noch im Bett liegen konnten. Es hat mich sehr traurig gemacht, die Menschen so zu sehen.

Weil es im Altersheim für die Mitarbeiter immer viel zu tun gab, habe ich ihnen beim Aufräumen der Bibliothek geholfen, in der sich noch viele alte Bücher, Schallplatten, DVDs und Spiele befunden haben. Montags haben sich immer etwa fünf Bewohner getroffen um Bingo zu spielen und ich habe darauf geachtet, dass die Bewohner, die nicht mehr so gut sehen oder hören konnten, die richtigen Zahlen abdecken. Dafür waren sie mir am Ende des Spiels immer sehr dankbar und das hat mich sehr glücklich gemacht.

Außerdem konnten die Bewohner an vielen anderen Aktivitäten, wie beispielsweise einem Gedächtnistraining, einer Kochgruppe oder Yoga teilnehmen. Viele Senioren haben diese Angebote angenommen und dadurch etwas Abwechslung in ihren Alltag gebracht. Manchmal hat das Altersheim den Bewohnern auch Debatten über die Wasserknappheit oder Politik ermöglicht.

Das Altersheim hat immer darauf geachtet, dass den Senioren immer eine große Auswahl an Aktivitäten zur Verfügung stand. In der Cafeteria haben sich immer viele Bewohner getroffen, um miteinander zu reden oder um Kaffee zu trinken und Kuchen zu essen. Ich fand es schön, dass manchmal die Familien der Senioren gekommen sind, um diese zu besuchen. Manchmal sind auch Musiker und Sänger vorbeigekommen, um den Bewohnern etwas vorzuspielen oder zu singen. Die Senioren haben dann zusammen jüdische Lieder gesungen. Diese Erfahrung gehört für mich persönlich zu einen der schönsten, weil sie mir gezeigt hat, wie harmonisch man zusammen in einer Gemeinschaft leben kann.

In der Vorweihnachtszeit haben die Senioren Chanukka gefeiert und dabei jeden Tag eine von acht Kerzen angezündet. Außerdem haben sie jeden Freitagabend zu einer bestimmten Zeit den Sabbat, der bis Samstagabend geht, zelebriert. Dabei haben die Frauen Kerzen angezündet und dazu gesungen. An Weihnachten haben viele Senioren den Weihnachtsmarkt besucht. Außerdem sind oft Schüler von einer jüdischen Schule vorbeigekommen, die mit den Senioren geredet oder gespielt haben.

Manchmal bin ich mit einer Seniorin, die noch sehr fit war und selber laufen konnte, spazieren gegangen oder habe Domino mit den Bewohnern gespielt. Da viele Senioren im Rollstuhl gesessen haben, hat mir der Leiter des Altersheims, ein Rollstuhltraining gegeben. Dabei habe ich gelernt, wie man den Rollstuhl sicher Treppen hoch und runter schiebt oder wie man die Bremsen aktiviert. Dadurch konnte ich die Bewohner von ihren Zimmern aus in die Cafeteria oder zum Bingo bringen. Ich habe oft eine Seniorin in ihrem Zimmer besucht, die nach einem Herzinfarkt zu schwach war um alleine aufzustehen oder in die Cafeteria zu gehen. Es hat mich sehr berührt, wie lebensfroh sie trotz diesem war.

Nicht so gut gefallen hat mir, dass ich mit den meisten Senioren nicht reden konnte, weil viele nur Russisch sprechen konnten. Ich denke dennoch, dass ich gebraucht wurde, weil die Mitarbeiter oft sehr viel zu tun hatten und ich ihnen ein wenig helfen konnte und ich glaube, dass es den Senioren gefallen hat mit mir zu reden oder Spiele zu spielen. Obwohl ich nichts mitgestalten konnte, habe ich meine Tätigkeit als sinnvoll empfunden, weil die Senioren sich gefreut haben mich zu sehen.

Meinen Tätigkeitsbereich kann ich vielen nachfolgenden Schülern empfehlen, weil die Senioren und Mitarbeiter im Altersheim sehr freundlich waren. Ich hatte kein Problem mit dem Zeitplan, weil ich in der Woche sechs Stunden ins Altersheim gegangen bin. Ich kann mir vorstellen mich später beispielsweise bei einer Essensausgabe oder in einem Altersheim sozial zu engagieren, da ich jetzt nicht genügend Zeit dafür habe.

Bericht von Antonia Klose

Mein Soziales Engagement setzt sich aus zwei Teilen zusammen. Den ersten Teil legte ich im Bereich der Kinderentwicklungshilfe in Okakarara, Namibia bei „steps for children“ ab und den zweiten Teil bei einem Lernhaus namens „Hispi“, welches Hilfe bei der sprachlichen Integration anbietet.

Als ich 2018 meine Herbstferien in Namibia verbrachte, half ich vom 22. bis zum 24. Oktober insgesamt 13 Sunden lang in der Organisation „steps for children“ in Okakarara mit. Während der relativ kurzen Zeit bei dem Projekt war es mir möglich einen Einblick in jeden der vertretenen Bereiche zu erlangen. Am ersten Tag betreute ich die Kinder im Kindergarten und in der Vorschule und übte spielerisch mit ihnen auf Englisch zu zählen und die verschiedenen Körperteile zu benennen. Am zweiten Tag half ich Schülern der Jahrgänge 5-7 bei den Hausaufgaben und an meinem dritten und letzten Tag bei „steps für children“ fuhr ich mit meiner Tante zunächst in den projekteigenen Gemüsegarten um dessen Ausbau zu planen und zu organisieren. Im Anschluss half ich wie auch schon einen Tag zuvor Kindern der Jahrgangsstufen 5-7 bei den Hausaufgaben und recherchierte mit ihnen zum Thema „Verhütung“ im Internet Café des Projektes.

Besonders gut gefiel es mir zu sehen, dass ich den Kindern helfen konnte und sie auch wenn sie neben der Schule nicht so viel Lust hatten zu lernen oder Hausaufgaben zu machen, leicht motivieren konnte. Am Ende waren sie dankbar etwas gelernt zu haben.

Mit meiner Tante, die das Projekt seit 15 Jahren leitet und seitdem dort lebt, konnte ich mein Erfahrungen mit den Kindern besprechen. Das war sehr hilfreich, um das namibische Bildungssystem und das alltägliche Leben der Kinder in den Dörfern zu verstehen. Ich kannte Namibia bereits vorher, aufgrund zahlreicher Besuche bei meiner Tante, doch das Soziale Engagement veranlasste mich dazu noch etwas tiefgründiger über die Situation der Menschen und Kinder dort nachzudenken.

Vom 8. November 2018 an war ich fast jeden Donnerstag jeweils mindestens zwei Stunden beim Lernhaus „Hispi“ (kurz für: Hilfe bei der sprachlichen Integration) auf der Graf-Adolf-Straße in Düsseldorf. Dort bekam ich stets einen Flüchtling zugeteilt, mit dem ich individuell an den Leistungsstand angepasst Übungen zum Lernen der Sprache Deutsch machte. Außerdem half ich einem Flüchtling namens Farshid fast jedes Mal, wenn ich dort war, bei seinen Mathe Aufgaben. Sehr positiv ist für mich ,der Blick auf seine und auch auf meine Entwicklung. Wir beide waren anfangs sehr zurückhaltend und vorsichtig miteinander. Mittlerweile können wir über seine Flüchtigkeitsfehler lachen und gemeinsam an Lösungen für seine Probleme arbeiten. Außerdem lässt sich auch eine starke Entwicklung in seinen rechnerischen Fähigkeiten bemerken.

Ein weiteres und ebenfalls sehr positives Erlebnis machte ich mit einem zehnjährigen Mädchen, welches in Syrien geboren wurde, ein paar Jahre in Afghanistan verbrachte und schließlich mit ihrer Familie nach Deutschland kam. Ich helfe ihr regelmäßig bei ihren Deutsch und Mathe Hausaufgaben, da sie von ihren Eltern nur in Maßen unterstützt werden kann. Sie spricht schon sehr gut Deutsch und hofft momentan auf eine Realschul-, wenn nicht sogar eine Gymnasialempfehlung. Einmal, als ich ihr bei den Deutsch Hausaufgaben zum Thema Leseverstehen half, sagte sie mir, dass Donnerstag ihr Lieblingstag sei. Als ich sie fragte warum, erklärte sie mir, dass sie am nächsten Donnerstag Geburtstag habe und ich am Donnerstag immer kommen würde. Danach umarmte sie mich. Ich habe mich sehr über ihre Aussage gefreut und war unendlich glücklich etwas zu tun, was andere Menschen glücklich macht und weiterbringt. Nun hoffe ich, dass sie vielleicht sogar durch meine Hilfe, an einer guten weiterführenden Schule akzeptiert wird.

Des weiteren fand ich bei meinem Sozialen Engagement beim Hispi die Abwechslung sehr schön. Manchen Flüchtlingen habe ich oft und lange geholfen, anderen hingegen nur kurz und vielleicht nur einmal, aber trotzdem einen kleinen Beitrag zur Integration geleistet.

Außerdem habe ich auch viele Dinge über die deutsche Flüchtlingspolitik gelernt, da sich beim Hispi Flüchtlinge rechtlich von ehrenamtlichen, die sich mit der Thematik auskennen beraten lassen können. Eine junge Frau namens „Rama“ muss zum Beispiel, obwohl sie in ihrem Heimatland bereits an einer dort angesehenen Schule Abitur gemacht hat eben dieses hier wiederholen ,weil es nicht anerkannt wird. Da sie das Abitur wahrscheinlich nicht schaffen würde absolviert sie im Moment ihr Fachabitur am Berufskolleg hier in Düsseldorf. Ich habe Rama bereits in den Fächern Mathe, Französisch und Englisch unterstützt. Erstaunlich fand ich auch zu sehen, wie schlecht ihr Englisch ist, da in ihrem Heimatland kein Wert auf Englisch gelegt wurde, obwohl es so eine wichtige Sprache ist. Das hat mir gezeigt, wie gut das Bildungssystem in Deutschland ist.

Ich kann nun von mir sagen, dass ich in den letzten Monaten eine soziale Tätigkeit verfolgt habe, die Menschen bei der Integration in unser Land geholfen hat. Nach jeder Lerneinheit wurde mir von allen Menschen egal welchen Alters, Geschlechts oder welcher Herkunft große Dankbarkeit entgegen gebracht, was mich sehr glücklich gemacht hat. Ich war immer frei, in meiner Art Nachhilfe zu geben und konnte mich so genau auf jeden der Flüchtlinge einstellen. Außerdem bin ich sehr stolz darauf, sagen zu können, als 15-jähriges Mädchen aus Düsseldorf, schon Geflüchteten aus Syrien, Afghanistan, Brasilien, Guinea, Eritrea, dem Irak, dem Iran, etc. beim Erlernen unserer Sprache und beim Lernen für einen deutschen Schulabschluss geholfen zu haben.

Mein Soziales Engagement hat ebenfalls zu meiner persönlichen Entwicklung beigetragen. Ich bin selbstsicherer geworden und das in zwei Bereichen. Im Umgang mit anderen und mir fremden Menschen, und auch im aktiven Sprechen der Sprachen Englisch und Französisch, da ich mich so häufig mit den Flüchtlingen, die noch nicht so gut Deutsch Sprachen, verständigen konnte.

Auch meine Ansprechpartner habe ich in den letzten Monaten sehr ins Herz geschlossen. Die Gründerin vom Hispi, Karin Diane Jungjohann, hat mich stets mit offenen Armen empfangen und ist ein sehr emphatischer und sympathischer Mensch. Eine weitere Ansprechpartnerin für mich beim Hispi war eine weitere Ehrenamtliche, die im Projekt auch eine führende Rolle spielt und in vielen Bereichen für die Organisation zuständig ist. Letze Woche, am 16. Mai sprach ich mit ihr über die Flüchtlinge, die mit kleinen Booten versuchen nach Europa zu kommen und dabei ihr Leben riskieren. Sie zeigte mir diesbezüglich ein Video und erzählte mir von einigen Experimenten, die vor allem mit dem Ablegen von Vorurteilen und dem unvoreingenommenen Kennenlernen von neuen Menschen zu tun hatten. Daraufhin hatten wir ein emotionales Gespräch, dass ich wohl immer im Kopf behalten werde.

Beim Hispi hat mir sehr gut getan, dass jeder mir unvoreingenommen begegnete, egal ob es ein älterer Herr aus Eritrea oder ein kleines Mädchen aus Syrien war. Eines der Ziele der Einrichtung ist es nämlich auch einen Ort zu schaffen, an dem jeder sein darf, wie er ist. Wir kommen leider aus einer Gesellschaft, in der das so nicht die Realität ist. Nach einigen Malen beim Hispi habe ich festgestellt wie beeindruckend, nett und intelligent jeder einzelne Mensch doch auf seine ganz eigene Art und Weise sein kann, wenn man ihm ohne Vorurteile und interessiert begegnet. Davon konnte ich auch außerhalb meines Sozialen Engagements profitieren.

Gefreut hat mich auch, dass ich von meiner Ansprechpartnerin immer wieder für meine Überstunden gelobt wurde, die ich garnicht wirklich als solche ansah. Die Zeit flog immer sehr schnell vorbei und Menschen zu helfen, die die Hilfe gerne annehmen, sie wirklich brauchen und einem dann große Dankbarkeit dafür entgegenbringen ist eine tolle, fast süchtig machende Tätigkeit.

Ich kann meinen Tätigkeitsbereich jedem empfehlen, der sich gebraucht fühlen möchte und der einen Ort ohne Menschenfeindlichkeit jeglicher Art sucht, an dem man sich wohlfühlen und an dem man sich sehr gerne sozial engagiert. Es ist auch nicht nötig,dass man besonders gut in der Schule ist oder dergleichen.

Hätte ich nicht ständig Überstunden gemacht und nicht in den Ferien so viele Stunden des Sozialen Engagements abgeleistet, wäre es glaube ich problematisch geworden, den Zeitplan einzuhalten. Ich glaube, dass ich nach dem anstrengenden Langtag (8 Schulstunden bis 15:05 Uhr) jeden Donnerstag immer noch mindestens zwei Stunden bei meinem Sozialen Engagement durchgehalten habe, liegt einzig und allein an der Wahl meines Tätigkeitsbereiches, also am Lernhaus Hispi.

Ich habe mir vorgenommen, nun bei jedem meiner Besuche in Namibia mehrere Tage lang im Projekt „steps for children“ in Okakarara mitzuhelfen.

Außerdem werde ich weiterhin bis zu den Sommerferien fast jeden Donnerstag Nachhilfe beim Hispi geben, weil es mir Freude bereitet und ich gerne auch weiterhin anderen Menschen etwas Gutes tun möchte. Danach werde ich ins Ausland nach England gehen und meine schulische Laufbahn auf einem Internat fortsetzen. Dort gibt es eine Art Club (eine Art Arbeitsgemeinschaft (AG)), der sich mit sozialen Tätigkeiten beschäftigt. In dieser Arbeitsgemeinschaft möchte ich während meinem Auslandsaufenthalt mitwirken.

Insgesamt hat mir das Soziale Engagement neben den fachlichen Fortschritten und trotz des strengen und teils anstrengenden Zeitplans sehr viel für meine Empathie, meine Selbstsicherheit, meine kommunikativen Fähigkeiten, meine Offenheit und meine Akzeptanz und Toleranz im Umgang mit Menschen aus teils bildungsfernen Ländern gebracht.