Immer wieder wurde das Jahr 2019 in den Medien als richtungsweisend für die Zukunft der Europäischen Union sowie als „Schicksalsjahr“ eben jener präsentiert. Ganz in diesem Sinne passten wir, die Juniorbotschafter*innen des Europäischen Parlaments am Düsseldorfer Cecilien-Gymnasium, unsere Projektgestaltung an „das“ bevorstehende Ereignis, nämlich die Europawahl im Mai 2019, an, und versuchten vor allem, uns kritisch mit den unterschiedlichen Positionen der verschiedenen Parteien auseinanderzusetzen.

In diesem Rahmen sollte auch unsere alljährliche Diskussionsrunde „Ceci meets Europe“ unter dem Titel „Europe for Future?!“ stattfinden. Die Vorbereitungen für die Veranstaltung begannen bereits im vergangenen Winter. Wir überlegten gemeinsam, wie wir unsere Diskussionsrunde frühzeitig ankündigen konnten, welche Politiker*innen eingeladen werden sollten und welche Themen für die Diskutierenden sowie für das Publikum besonders interessant sein würden.

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Schließlich entschieden wir uns dafür, eine große Stellwand im Foyer unserer Schule mit bunten Europa-Fähnchen, verschiedenen informativen Grafiken sowie einem Fragen aufwerfenden Text zu dekorieren. Außerdem erstellten wir eine Umfrage dazu, wie die EU momentan von den Schüler*innen wahrgenommen wurde. Um möglichst viele Schüler*innen zu erreichen, wurde der Link zur Umfrage in diverse Whats-App-Gruppen geschickt, und auch ein QR-Code wurde in ausgedruckter Form an diversen Fenstern, Wänden und Säulen des Schulgebäudes ausgehängt. Knapp 50 Schüler*innen nahmen an der Umfrage teil. Bemerkenswert war, dass circa 90% der Teilnehmer*innen angaben, die EU habe einen positiven Einfluss auf ihr Leben. Außerdem war sich eine Mehrheit sicher, die EU sichere den Frieden sowie schütze und stärke die Menschenrechte. Die Teilnehmer*innen betonten jedoch auch mehrheitlich, dass die aktuellen Spannungen innerhalb der EU eine Gefahr für den weiteren Bestand eben dieser darstellten.

Schon vor unserer Podiumsdiskussion „Ceci meets Europe“ ermöglichten wir es den Schüler*innen ihre Meinung zu aktuellen Themen, wie zum Beispiel der Einrichtung von Arbeitslosenfonds oder der Stärkung der Grenzschutzagentur Frontex, kundzutun und diese zu diskutieren. Dabei fanden im Rahmen der sogenannten Hausparlamente, einer Aktion der Initiative Pulse of Europe , Diskussionsrunden in den Sozialwissenschaftskursen der Oberstufe statt und boten die Möglichkeit, zum Thema „Ein Europa, das schützt“ die Interessen und Forderungen der Schüler*innen direkt an Abgeordnete aus allen Parteien weiterzuleiten.

Im letzten Monat vor der Podiumsdiskussion traf sich unser Arbeitskreis dann wöchentlich. Wir bestimmten ein Moderationsteam bestehend aus drei Schüler*innen, welches die Diskussionsrunde leiten sollte. Außerdem formulierten wir konkrete Fragen und Impulse aus, um auf das Gespräch und die möglichen Antworten der Politiker*innen vorbereitet zu sein. Am 26. März war es dann so weit: Marion Nasskau (SPD), Clarisse Höhle (FDP), Fotis Matentzoglou (Die Linke), Stefan Engstfeld (Bündnis 90/Die Grünen) und Dr. Mathias Höschel (CDU) stellten sich unseren Fragen, und auch das Publikum bekam die Möglichkeit, eigene Nachfragen zu stellen. Was uns Organisatoren überraschte, war, dass zwar viele Eltern und Lehrer*innen zum Publikum zählten, jedoch weniger Schüler*innen die Veranstaltung besuchten, als wir im Vorhinein erwartet hatten.1

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Das leitende Thema der Europawahl 2019 haben wir in diesem Schuljahr durch die Juniorwahl abgerundet, sodass die Schüler*innen ab der 8.Klasse an einer Wahlsimulation teilnehmen konnten. Die Ergebnisse unserer Juniorwahl lassen sich gut mit denen der Europawahl vergleichen, da die Grünen mit 44,3 % sowie die FDP mit 20,1 % als Wahlsieger hervorgingen. Insgesamt war das Thema Europawahl durch diese Projektreihe an unserer Schule sehr präsent, da die verschiedenen Aktionen unterschiedliche Zugänge zur Wahl 2019 und zur Zukunft Europas ermöglichten. Dabei war es uns wichtig, diese über das Schuljahr zu verteilen und eine zusammenhängende Reihe zu erstellen, um ein Bewusstsein für die Relevanz Europas an unserer Schule schärfen. Für das nächste Schuljahr nehmen wir uns vor, die Schüler*innen noch mehr persönlich anzusprechen und Möglichkeiten zu eröffnen, dass sie Europa an unserer Schule mitgestalten können.

Lucy Müllenberg (Q1) und Natalie Stückmann (Q2)

(1) Ein ausführlicher Artikel zu dieser Veranstaltung findet sich hier: https://ep-botschafterblog.de/2019/05/07/europe-for-future-ceci-meets-europe-vi/.

Projektreihe zur Europawahl am Düsseldorfer Cecilien-Gymnasium